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Was ist die Mehr­phasen­ausbildung

Durch die Mehr­phasen­ausbildung erhalten Führerscheinneulinge ohne Prüfung Feedback zu ihrem Fahrkönnen sowie einen neutralen Blick auf ihr Risikoverhalten. Außerdem erfahren sie fahrphysikalische Grenzen.

Dafür müssen sie nach Abschluss der ersten Ausbildungsphase und Erhalt der Lenk­berechtigung für die Klasse A1/A2/A oder B innerhalb von 12 bis 14 Monaten an einer zweiten Ausbildung­sphase teilnehmen. Diese umfasst zwei Perfektions­fahrten mit einem Fahrlehrer (bei Motorradfahrern und L17 nur eine Perfektionsfahrt), ein Fahr­sicherheits­training sowie ein verkehrsp­sychologisches Gruppengespräch. Motorradfahrer müssen zusätzlich ein Gefahren­wahrnehmungs­training absolvieren.

Bei der Mehrphasenausbildung arbeitet die KFV Sicherheit-Service GmbH mit den Fahrtechnikzentren von ÖAMTC und ARBÖ sowie mit ausgewählten Fahrschulen zusammen.


Inhalte der Mehr­phasen­ausbildung

Perfektions­fahrt 1 + 2

Klasse B
  • 2. bis 4. Monat nach Ausstellung der Lenk­berechtigung: Feedback zum Fahrverhalten im Rahmen einer Perfektions­fahrt mit einem Fahrlehrer (ausgenommen L17).
  • 6. bis 12. Monat nach Ausstellung der Lenk­berechtigung: Abschließende Perfektionsfahrt.
  • Zu beachten ist, dass zwischen der ersten und der zweiten Perfektionsfahrt mindestens drei Monate liegen müssen.

Im Rahmen der Perfektionsfahrt legt der Fahrlehrer ein besonderes Augenmerk auf die Blicktechnik, eine umweltbewusste und treibstoff­sparende Fahrweise, die Fähigkeit und Bereitschaft zur Unfall­vermeidung sowie auf das soziale Verhalten des Führerschein­neulings gegenüber anderen Verkehrs­teilnehmern. Nach der Perfektionsfahrt erhält der Teilnehmer ein objektives Feedback bezüglich seines Fahr- und Risiko­verhaltens im Straßenverkehr.

Fahrsicherheits­training
& Gruppen­gespräch

Klasse B
  • 3. bis 9. Monat nach Ausstellung der Lenkberechtigung: Eintägiges Fahrsicherheits­training mit anschließendem verkehrs­psychologischem Gruppen­gespräch.

Ziel des Fahrsicherheits­trainings ist es, den Teilnehmern fahrphysik­alische Grenzen und Unfallgefahren ins Bewusstsein zu rufen. Durch spezielle Übungen, wie zum Beispiel Bremstechnik- oder Ausweichübungen, werden den Teilnehmern Strategien zur Gefahrenbewältigung näher gebracht.

Im Gruppen­gespräch mit einem Verkehrs­psychologen werden die für Führerschein­neulinge typischen Unfalltypen und -risiken erarbeitet. Inhalte des Gesprächs sind Themen wie z.B. Selbstüberschätzung, eine geringe soziale Verantwortungs­bereitschaft oder mögliche Auslebens­tendenzen. Ziel des verkehrsps­ychologischen Gruppen­gesprächs ist es, sich potenzieller Schwächen bewusst zu werden und daraus unfallpräventive Lösungs­strategien zu erarbeiten.

Fahr­­sicherheits­­­training,
Gruppen­­­gespräch & Gefahren­wahrnehmungs­training

Klassen A1/A2/A
  • 2. bis 12. Monat nach Ausstellung der Lenk­berechtigung: Eintägiges Fahrsicherheits­training mit verkehrs­psychologischem Gruppen­gespräch und Gefahren­wahrnehmungs­training am selben Tag.

Ziel des Fahrsicherheits­trainings ist es, den Teilnehmern fahrphysikalische Grenzen und Unfallgefahren ins Bewusstsein zu rufen. Durch spezielle Übungen wie zum Beispiel Bremstechnik- oder Ausweichübungen werden den Teilnehmern Strategien zur Gefahrenbewältigung näher gebracht.

Im Gruppengespräch mit einem Verkehrs­psychologen werden die für Führerschein­neulinge typischen Unfalltypen und -risiken erarbeitet. Inhalte des Gesprächs sind zum Beispiel Selbstüberschätzung, eine geringe soziale Verantwortungs­bereitschaft oder etwaige Auslebens­tendenzen. Ziel des verkehrspsychologischen Gruppengesprächs ist es, sich über potenzielle Schwächen bewusst zu werden und daraus unfallpräventive Lösungsstrategien zu erarbeiten.

Bei dem nur von Motoradfahrern zu absolvierenden Gefahren­wahrnehmungs­training sollen vor allem die Aufmerksamkeit, das richtige Beobachten einer Situation und das Gefahren­bewusstsein im Straßen­verkehr gestärkt und eine rechtzeitige Gefahren­wahrnehmung geschult werden.

Abschließende Perfektionsfahrt

Klassen A1/A2/A
  • 4. bis 14. Monat nach Ausstellung der Lenkberechtigung: Abschließende Perfektionsfahrt.
  • Zu beachten ist, dass zwischen dem Fahrsicherheitstraining (inkl. Gruppengespräch und Gefahrenwahrnehmungstraining) und der Perfektionsfahrt mindestens zwei Monate liegen müssen.

Im Rahmen der Perfektionsfahrt legt der Fahrlehrer ein besonderes Augenmerk auf die Blicktechnik, eine umweltbewusste und treibstoffsparende Fahrweise, die Fähigkeit und Bereitschaft zur Unfallvermeidung sowie auf das soziale Verhalten des Führerscheinneulings gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern. Nach der Perfektionsfahrt erhält der Teilnehmer ein objektives Feedback bezüglich seines Fahr- und Risikoverhaltens im Straßenverkehr.

Ablauf & Dauer der Ausbildungs­module

Perfektions
fahrten

Perfektionsfahrten dauern zwei Unterrichtseinheiten. Sie umfassen eine Fahrt im Straßenverkehr sowie ein Nachgespräch mit einem speziell geschulten Fahrlehrer.

Fahrsicherheits
training

Das Fahrsicherheitstraining dauert insgesamt sechs Unterrichtseinheiten und gliedert sich in einen theoretischen und einen praktischen Teil. Das Training wird in Gruppen von sechs bis zwölf Teilnehmern auf einem dafür vorgesehenen Übungsplatz durchgeführt.

Gruppen
gespräch

Das verkehrspsychologische Gruppengespräch findet am selben Tag wie das Fahrsicherheitstraining statt. Es wird von einem geschulten Psychologen der KFV-Sicherheit Service GmbH abgehalten und dauert für Pkw-Lenker zwei Unterrichtseinheiten und für Motoradfahrer eineinhalb Unterrichtseinheiten.

Gefahren­wahrnehmungs
training

Das Gefahren­wahrnehmungs­training findet in einer Gruppe von sechs bis zwölf Personen statt und ist nur von Motoradfahrern am selben Tag wie das verkehrs­psychologische Gruppen­gespräch zu absolvieren. Die Dauer des Trainings beträgt eineinhalb Unterrichts­einheiten.

Fristen in der Mehrphasen­ausbildung

Fragen & Antworten
zur Mehrphasenausbildung

 
Ich habe kein eigenes Auto bzw. kein eigenes Motorrad. Kann man sich das vor Ort ausleihen?
Ja, du kannst dir in der Regel im Fahrsicherheitszentrum bzw. in der Fahrschule ein Auto oder Motorrad für die Dauer des Fahrsicherheitstrainings ausleihen. Bitte informiere dich rechtzeitig direkt beim jeweiligen Anbieter.
Ich habe ein neues Auto/Motorrad und möchte nicht, dass es beschädigt wird. Bin ich beim Fahrsicherheitstraining versichert?
Die Inhalte des Fahrsicherheitstrainings unterliegen selbstverständlichen strengen Sicherheitsbestimmungen, sodass die Übungen auf dem Gelände vom Instruktor so gewählt sind, dass nichts passieren kann. Voraussetzung dafür ist aber, dass du dich immer an die Anweisungen hältst. Dennoch ist dein Fahrzeug für die Übungen auf dem Trainingsgelände auch durch das jeweilige Fahrsicherheitszentrum bzw. die Fahrschule versichert.
Kann ich eine Freundin/einen Freund zum Fahrsicherheitstraining mitnehmen? Darf sie/er auch als Beifahrer mitfahren?
Grundsätzlich sind Beifahrer nicht gestattet. Es gibt jedoch die Möglichkeit, in begründeten Ausnahmefällen, jemanden mitzunehmen. Informiere dich hierfür bitte im Vorfeld beim jeweiligen Anbieter.
Kann ich mein(e) Kind(er) zum Fahrsicherheitstraining mitnehmen?
Da du beim Fahrsicherheitstraining konzentriert und einen ganzen Tag voll bei der Sache sein solltest, ist es nicht sinnvoll, dein(e) Kind(er) mitzubringen.
Werden meine Angaben im verkehrspsychologischen Gruppengespräch vertraulich behandelt?
Selbstverständlich werden alle deine Angaben und Erzählungen im verkehrspsychologischen Gruppengespräch vertraulich behandelt und weder an Behörden (Bezirkshauptmannschaft, Landespolizeidirektion) noch an andere Institutionen (z.B. Polizei) oder Personen (z.B. Eltern, Schule, Arbeitgeber) weitergegeben.
Werden beim verkehrspsychologischen Gruppengespräch für Pkw- und Motorradfahrer dieselben Inhalte durchgenommen? Höre ich zwei Mal das Gleiche?
Nein. Die Inhalte des verkehrspsychologischen Gruppengesprächs sind auf die jeweilige Führerscheinklasse (Pkw oder Motorrad) abgestimmt. Du hörst also nicht zwei Mal dieselben Inhalte.
Wie lange dauert das verkehrspsychologische Gruppengespräch?
Das verkehrspsychologische Gruppengespräch dauert für Pkw-Lenker 2x50 Minuten und für Motorradfahrer 75 Minuten, wobei bei der Führerscheinklasse A noch das Gefahrenwahrnehmungstraining im Ausmaß von 75 Minuten hinzukommt.
Warum dauert das verkehrspsychologische Gruppengespräch für die Führerscheinklasse A (Motorrad) länger als für die Führerscheinklasse B (Pkw)?
Weil Motorradfahrer im Rahmen der Mehrphasenausbildung auch ein Gefahrenwahrnehmungstraining absolvieren müssen.
Ich bin 45 Jahre alt und möchte den Motorradführerschein machen. Muss ich dann auch ein Fahrsicherheitstraining inkl. verkehrspsychologischem Gruppengespräch absolvieren?
Ja. Die Mehrphasenausbildung muss immer durchlaufen werden, unabhängig davon, ob und wie lange man schon im Besitz des B-Führerscheins ist oder wie alt man ist.
Kann ich beim verkehrspsychologischen Gruppengespräch durchfallen? Gibt es eine Prüfung?
Nein, beim verkehrspsychologischen Gruppengespräch gibt es keine Prüfung. Am Ende des Fahrsicherheitstrainings bekommst du eine Teilnahmebestätigung ausgestellt. Es wird aber natürlich vorausgesetzt, dass du die ganze Zeit anwesend warst und du kein störendes Verhalten an den Tag gelegt hast.
Warum müssen Führerscheinneulinge überhaupt die Mehrphasenausbildung absolvieren?
Seit 2003 ist die Mehrphasenausbildung, zu dem neben dem Fahrsicherheitstraining und dem verkehrspsychologischen Gruppengespräch auch noch die Perfektionsfahrten gehören, gesetzlich verankert. Die Mehrphasenausbildung hat sich sehr bewährt, was auch in einem Rückgang der Verkehrsunfälle mit Fahranfängern sichtbar wird.
Ich verfüge nur über wenig Fahrpraxis und kann daher nur wenig von meinen Erfahrungen berichten. Ist das ein Problem im verkehrspsychologischen Gruppengespräch?
Nein. Ob jemand seit dem Führerscheinerwerb viel oder wenig gefahren ist, spielt beim verkehrspsychologischen Gruppengespräch keine Rolle.
Wer hält das verkehrspsychologische Gruppengespräch ab?
Das verkehrspsychologische Gruppengespräch wird von (Verkehrs-)Psychologen abgehalten.
Wird beim verkehrspsychologischen Gruppengespräch Fahrschulwissen abgefragt?
Nein. Im verkehrspsychologischen Gruppengespräch geht es in erster Linie um Gefahren und Risiken, die gerade für Fahranfänger ein erhöhtes Unfallrisiko darstellen, wobei auch die bisherigen Erfahrungen der Teilnehmer einfließen sollen.
Müssen Personen, die nicht gut deutsch sprechen, einen Dolmetsch mitbringen?
Natürlich wird ein bestimmtes Ausmaß an Deutschkenntnissen vorausgesetzt. Bei ausreichendem Sprachverständnis ist nicht unbedingt ein Dolmetsch erforderlich. Bei mangelndem oder fehlendem Sprachverständnis sollte ein Dolmetsch hinzugezogen werden, wobei dieser kein gerichtlich beeideter Dolmetsch sein muss. Es kann sich durchaus auch um ein Familienmitglied oder eine Freundin/einen Freund handeln.
Bekomme ich am Ende eine Teilnahmebestätigung? Muss ich die Teilnahme selbst bei der Behörde melden?
Du bekommst am Ende des Fahrsicherheitstrainings vom Instruktor eine Teilnahmebestätigung ausgehändigt. Die Meldung an die zuständige Führerscheinbehörde erledigt aber das Fahrsicherheitszentrum bzw. die Fahrschule, die das Fahrsicherheitstraining angeboten hat, für dich.
Wie groß ist die Gruppe?
Das verkehrspsychologische Gruppengespräch muss laut Gesetz in Gruppen von 6 bis maximal 12 Teilnehmern durchgeführt werden.

Noch Fragen?


Bei Fragen zum verkehrs­psychologischen Gruppen­gespräch oder zum
Gefahren­­wahrnehmungs­­training stehen wir Ihnen gerne entweder telefonisch unter
der Rufnummer 05 77 0 77-7 oder per E-Mail unter mep@kfv.at zur Verfügung.

Für alle weiteren Fragen zu den Perfektions­­fahrten oder zum Fahrsicherheits­­training
wenden Sie sich bitte an unsere Partner.